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1&1 stellt Vermarktung von Vodafone-Tarifen ein

1&1 stellt Vermarktung von Vodafone-Tarifen ein

 

Für viele Nutzer kam es überraschend: Der Mobilfunk-Service-Provider 1&1 hat dieser Tage seine Vertriebspartner darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Vermarktung von Mobilfunktarifen des Anbieters Vodafone mit sofortiger Wirkung beendet wird. Dabei hatte der Dienstleister aus Montabaur noch kurz zuvor preislich deutlich verbesserte Flatrates von Vodafone für Nutzer von Smartphones angeboten, um Kunden für neue Verträge zu akquirieren.

Bislang galt es als besonderer Vorteil für 1&1 Kunden, zwischen den beiden großen Mobilfunknetzen von Vodafone und Telefónica zu wählen. Bekannt war jedoch bereits seit längerem, dass 1&1 dabei zunehmend auf die Zusammenarbeit mit Telefónica setzt. Dies ließ sich nicht zuletzt daraus schließen, dass Verträge für Surfen und Telefonieren im Telefónica-Netz O2 meist zu deutlich günstigeren Preisen angeboten wurden als diese für das „D-Netz“ von Vodafone.

Als Begründung für das überraschende Ende der Zusammenarbeit im Marketingbereich benennt die Geschäftsleitung von 1&1 die zukünftige Konzentration auf die Vermarktung besonders leistungsstarker Mobilfunktarife. Vor allem die LTE- und 5G-Tarife mit Datengeschwindigkeiten von 225 Mbit/s und 300 Mbit/s hat das Unternehmen dabei in den Fokus seiner verstärkten Marketingaktivitäten für die kommenden Monate gestellt.

Für den Nutzer bedeutet dies: Ab sofort können auf der Onlineplattform von 1&1 keine Mobilfunktarife von Vodafone mehr bestellt werden. Betroffen sind dabei alle Arten der bisher im Angebot befindlichen Produkte, die bisher auch als D-Netz-Variante gebucht werden konnten. Darunter auch fallen auch so beliebte Tarife wie die 1&1 All-Net-Flat, die All-Net-Flat Young oder die speziell für die Nutzer von Tablets und Notebooks angebotene Daten-Flat-Tarife.

Auf Bestandskunden soll der Vermarktungsstopp von Vodafone-Tarifen vorerst keine spürbaren Auswirkungen haben. Von offizieller Firmenseite heißt es, dass diese gebuchten Tarife „bis auf weiteres“ wie gewohnt durch die betroffenen Kunden genutzt werden können.

Wer keine schnelle Onlinebuchung seines Tarifes bevorzugt, für den stehen Vodafone-Tarife sogar auch weiterhin für eine Buchung zur Verfügung. Wie es von 1&1 heißt, sollen D-Netz-Tarife, wenn auch aus der offensiven Vermarktung genommen, weiterhin auf Anfrage wählbar sein. Wer daran interessiert ist, einen Vodafone-Tarif bei 1&1 zu buchen, könne sich mit seinem Anliegen an die Kunden-Hotline wenden und werde dort entsprechend beraten. Als schwierig könnte sich für interessierte Kunden das Finden eines entsprechenden Tarifes gestalten. Denn wenn ein Interessent die Angebote nicht kennt, da diese Online nicht mehr vermarktet werden, wird er diese mit hoher Wahrscheinlichkeit wohl auch nicht mehr buchen.

Über die Gründe des Endes der Zusammenarbeit mit Vodafone wird heftig spekuliert. Insider sind sich sicher, dass der wesentliche Grund hierfür die Bestrebungen von 1&1 sind, sich zum vierten großen Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland zu entwickeln. Bislang sind am deutschen Markt die drei Anbieter Telekom, Telefónica und Vodafone aktiv. Die Tatsache, dass 1&1 bereits eigene 5G-Frequenzen gekauft hat, wird von vielen als Indiz dafür gesehen, dass das Unternehmen mit Hochdruck daran arbeitet, ein eigenes 5G-Netz aufzubauen.

Da 1&1 aufgrund seiner Firmengeschichte bereits jetzt umfangreichen Zugriff auf das Telefónica-Netz hat, wäre es theoretisch möglich, das firmeneigene 1&1 5G-Netz jederzeit an den Start zu bringen. Bei 1&1 und dessen Mutterkonzern United Internet scheint man mit der Einstellung der Zusammenarbeit mit Vodafone hinsichtlich der Tarife einen weiteren Schritt dahingehend zu unternehmen, das Geschäftsmodell radikal vom Wiederkäufer in Richtung Betreiber zu ändern.

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